Tierstimmen: Kann eine KI Rabensprache übersetzen?
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Anna Weiss und Peter Holzkorn vom Ars Electronica Futurelab über ihr Projekt _Corpus Corax. In der Ausstellung _Tierstimmen. Kontakt durch Klang _können Besucherinnen und Besucher sich mithilfe eines sogenannten Mensch-Rabe-Übersetzers mit einem künstlichen Raben unterhalten. Gemeinsam fragen wir: Was passiert, wenn wir versuchen, die Laute anderen Spezies zu verstehen? Und kann Technologie uns tatsächlich näher an die Welt der Raben bringen?
Die 3-teilige Podcastreihe _Tierstimmen. Kontakt durch Klang _des Museums Sinclair-Haus begleitet und vertieft die Inhalte der gleichnamigen Ausstellung. Host des Podcasts ist die Journalistin Marilena Berends.
Interviews/Produktion: Marilena Berends Redaktion: Kathrin Meyer und Claudia Praml Produktionsleitung: Claudia Praml Layout und Postproduktion: gpap
Ausstellung: Tierstimmen. Kontakt durch Klang 13.9.26–14.2.27 Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg v.d. Höhe
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Atemvielfalt, dem Podcast für Kunst und Natur des Museums Zinklerhaus.
00:00:05: Ich bin Marilena Behrens, Journalistin und Moderatorin und begleite euch durch diese
00:00:09: Staffel!
00:00:11: Wale singen im Ozean, Fledermäuse orientieren sich durch
00:00:15: Echo,
00:00:15: Raben rufen einander zu.
00:00:17: Überall um uns herum kommunizieren Tiere mit Lauten, Rufen und Gesängen.
00:00:22: Wir hören sie aber was passiert wenn wir versuchen selbst mit ihnen per Klang, Sprache oder Rhythmus in Kontakt zu treten?
00:00:29: Darum geht es in der Ausstellung, Tierstimmen Kontakt durch Klang die vom thirteenthen September zwetausend sechsundzwanzig bis zum vierzehnten Februar zweitausend sieben und zwanzig im Museum Sinklerhaus zu sehen ist.
00:00:41: Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich daran mit den Stimmen anderer Tiere und erkunden unterschiedliche Formen der Begegnung.
00:00:48: Sie lauschen antworten armen nach und experimentieren mit neuen Möglichkeiten in Kontakt zu kommen.
00:00:55: In dieser Folge spreche ich mit Anna Weiß und Peter Holzkorn vom Arselektroniker Future Lab über ihr Projekt Corpus Chorax.
00:01:03: In der Ausstellung können Besucherinnen und Besucher sich mithilfe eines sogenannten Mensch-Rabeübersetzers mit einem künstlichen Raben unterhalten.
00:01:11: Gemeinsam fragen wir,
00:01:12: was
00:01:12: passiert wenn wir versuchen die laute anderer Spezies zu verstehen?
00:01:17: Und kann Technologie uns tatsächlich näher an die Welt der Raben bringen?
00:01:25: Art
00:01:25: in Vielfalt.
00:01:27: Der Podcast für Kunst und Natur des Museums Sinklerhaus, Tierstimmen, Kontakt durch Klang.
00:01:34: Marilena Behrenz im Gespräch mit Anna Weiß und Peter Holzkorn vom Arselektroniker Future Lab über ihr Projekt Korpus Korax.
00:01:43: Herzlich willkommen, Anna Weiss und Peter Olskorn hier im Art-in-Vielfalt-Podcast das Museum Sinklers aus!
00:01:48: Schön, dass Ihr beide hier seid.
00:01:50: Freut mich sehr danke.
00:01:52: Wir sind schon sehr gespannt.
00:01:54: Wenn ich persönlich an Raben denke, dann denke ich an sehr intelligente vielleicht auch ein klein bisschen geheimnisvolle oder manchmal unheimliche Tiere.
00:02:02: Das Ding würde mich interessieren was fasziniert euch ganz persönlich?
00:02:07: Ich muss sagen, ich habe mir im Vorhinein zu dem Projekt gar nicht so viele Gedanken überraben gemacht.
00:02:11: Sie waren halt einfach immer da und haben mich am Weg in die Schule begleitet oder dann am Weg an die Arbeit als wir für das Projekt ein bisschen tiefer eingetaucht sind auch in die Spezies und was so die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte dazu gesammelt hat Beziehungen der Mensch auch zum Raben hatte, war schon sehr vielfältig und eben auch oft sehr poetisch oder mystisch.
00:02:34: Manchmal auch vielleicht mit Ungewissheit geladen oder mit Schwarzrabe so in die Richtung irgendwie.
00:02:44: aber es war dann das spannendste eigentlich sich mit den Tieren selbst auch so auseinanderzusetzen dass ich die Raben aus einer ganz anderen Perspektive kennengelernt haben.
00:02:54: Also zum Beispiel im Aussage auch mit den Researchers, mit denen wir zusammenarbeiten vom Bunyallab, genau da kam dann zum Beispiel, kam so spannende... Fun Facts auf, wie die Raben leiden unter Neufobia.
00:03:10: Also sie haben Angst vor neuen Dingen.
00:03:12: Das heißt konkret Sie bleiben zum Beispiel eher bei gefährlichen Wölfen, die Sie schon kennen als dass sich eine neue Futterstelle suchen würden.
00:03:21: oder genau sie sind total verspielt.
00:03:28: bei Dächern runterrutschen.
00:03:30: Einfach so zum Spaß, ohne... Also es gibt ganz viele Dinge die wir auch über Raben gelernt haben, die mir gezeigt haben wie krachtig stark diese Wesen sind.
00:03:38: Das war für mich ein spannender Kennenlernenprozess
00:03:41: Und für mich ist auch besonders diese verwobene Kulturgeschichte zwischen Menschen und Raben spannend.
00:03:49: Das geht ja seit Jahrhunderten vielleicht Jahrtausenden.
00:03:54: Wie du schon gesagt hast Wir schreiben denen was mystisches, dunkles zu aber auch was poetisches.
00:04:01: Es gibt doch viele Texte und Gedichte die darauf bezogen nehmen und das ist insofern besonders interessant auch da unser Projekt Corpus Corrax sehr stark mit Text arbeitet weil auch KI Tools verwendet und hier dieses poetische textuelle einfach eine sehr spillerischen Dynamik ermöglicht und auf diese Kulturgeschichte, die menschliche Wahrnehmung des Rabens stark bezugnehmen kann.
00:04:32: Peter jetzt hast du gerade schon von Korpus Korax gesprochen.
00:04:36: Das ist euer Kunstprojekt Und das lebt Besucherinnen und Besucher dazu ein mit Raben überhaupt erst in Kontakt zu treten.
00:04:44: Wenn du oder ihr das Projekt jetzt jemandem in einem Satz oder wenigen setzen machen wir mal so erklären müsstet was erlebt man da eigentlich genau?
00:04:54: Also es ist ein spekulativer Mensch-Rabeübersetzer, also eine interaktive Installation wo ich als Besucherin hingehen kann und in dieses Gedankenexperiment mit praktischer Erfahrung eintauchen kann.
00:05:10: Wie wäre es denn wenn ich jetzt wirklich mit einem Raben reden könnte?
00:05:14: Mit einer Übersetzungsmaschine die so wie zwischen menschlichen Sprachen schon maschinell übersetzt wird das auch zwischen diesen Spezies machen kann.
00:05:22: Das heißt, als Besucher gehe ich hin und der Rabbe spricht mich an mit einem rabischen Sound.
00:05:29: Ich kriege da Untertitel angezeigt was das bedeutet und kann dann in eine Konversation treten mit dem Raben.
00:05:38: Und dazu haben wir das natürlich auf einer wissenschaftliche Basis gestellt.
00:05:43: es gibt ja schon sozusagen gewisse Erkenntnisse über die Rahmenkommunikation und es gibt mittlerweile KI-Modelle, die sehr gut Sounds erzeugen können.
00:05:58: In diesem Spektrum haben wir gearbeitet um diese Experience herzustellen.
00:06:05: Was wir hier beim Ars Electronica Future Lab in verschiedenen Projekten versuchen zu kreieren und das ist halt unser Herzensprojekt, ist Leute einzuladen diese Zukunftsprototypen für sich selbst zu erleben und zu entdecken.
00:06:18: Also nicht nur in der Zeitung zu lesen oder von irgendwem theoretisch zu hören was mit Technologie nicht alles möglich wäre sondern die Kunst als Medium auch dafür zu nutzen die Menschen wirklich in das Szenario mit reinzunehmen.
00:06:32: Wie wird das denn?
00:06:33: Wie könnte das dann werden, was bedeutet das für uns.
00:06:36: Also in dem Fall wirklich eine Konversation mit einem Raben zu ermöglichen noch bevor dieser Mentrabeübersetzer jetzt auf der Straße so oder im Park tatsächlich am Handy funktioniert den Menschen die Möglichkeit zu geben an diesen... Verhandlungsprozessen teilzunehmen.
00:06:54: Also nicht so wie es oft ist, es gibt zuerst Prototypen die hinter verschlossenen Türen entstehen und dann irgendwann kommt's als Produkt auf den Markt und dann erst langsam praktisch sickerts durch zur breiten Masse der Gesamtbevölkerung unserer Gesellschaft sondern dass wir Menschen einladen, an diesem Prozess auch teilzunehmen frühzeitig für sich eine eigene Position zu finden und eigene Erfahrungen zu machen.
00:07:21: Und auch zu hinterfragen und zu reflektieren ja was brauchen wir denn auch in Vorbereitung auf das was Technologie uns ermöglichen wird?
00:07:27: Ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich neugierig und würde das am liebsten jetzt gleich selber ausprobieren und gleichzeitig muss ich sagen kann dies mir noch nicht so ganz richtig vorstellen wie das dann eigentlich funktioniert.
00:07:37: also Was kann dieser Human Raven Translator wirklich oder wie funktioniert der konkret?
00:07:43: Konkret war es uns sehr wichtig, also auch das ist ein künstlerisches Forschungsprojekt gewesen.
00:07:47: Nicht nur eine interessante Experience zu schaffen für die Besucherinnen und Besucher, sondern eben in diese Forschungsfelden ein bisschen einzutauchen weil es gibt ja Bemühungen jetzt nicht mit Raben konkret vielleicht aber für andere Spezies von Forschern auf der ganzen Welt, Forscher-Teams, die mit neuen Technologien unter anderem KITools versuchen die Kommunikation verschiedener Spezies besser zu entschlüsseln.
00:08:17: Und wir haben jetzt in den Vordergrund gerückt, wie wäre es wenn ich meine menschlichen Äußerungen auf Englisch oder Deutsch zum Beispiel in rabische Lauter übersetzen könnte mit einer Bedeutung, die ein Rabe zuordnen könnte?
00:08:33: Die nämlich ungefähr so klingt wie wenn's der Rabe selbst äußern würde?
00:08:40: Und das bedeutet natürlich zuerst muss man sich ja einmal überlegen, welche Bedeutungseinheiten können überhaupt relevant sein für einen Raben.
00:08:48: Da ist sich die Forschung auch nicht ganz einig.
00:08:50: Es gibt irgendwie zwischen siebzehn und siebzig oder so verschiedene Bedeitungen wie ich bin hungrig immer was zu essen oder Warnung oder ich bin großartig komm schau mich an und alle mögliche Dinge die halt für den Rabem wichtig sind Sinn einhalten wie jetzt Familie oder sonstige Dinge.
00:09:13: Und das ist natürlich sehr, sehr unklar was da jetzt genau... also wie gesagt die Forschung sich dann nicht komplett einig gibt es verschiedene Richtungen auch als da haben wir schon mal einige Annahmen getroffen und dann haben wir Daten hergenommen von Rabenlauten.
00:09:29: Also Rabenrufe als im Audioformat die beschrieben sind.
00:09:36: Teilweise von den Forschern des KLF, Grundrat Lorenz-Forschungsstelle, die mit uns da zusammengearbeitet haben, teilweise auch von freien Datenbanken im Internet wo Rabenlaute gemeinsam mit Bedeutungen verfügbar sind.
00:09:51: und damit haben wir ein KI Modell gefüttert, ein Texto-Audio-KKI Modell und das so trainiert dass es dann wenn ich jetzt sage produzieren wir einen Rabenlaut wo der Raben eben um Futterbattle zum Beispiel, dass er mir das Modell dann einen live generiert.
00:10:14: Der wirklich dem nahekommt den Raben in so einer Situation mit einer ähnlichen Bedeutung machen würden.
00:10:20: nach allem was wir halt wissen und soweit wir das halt erforscht haben Und da ist der Kern dieser sozusagen der technisch-wissenschaftliche Kern, der da drin steckt Das macht jetzt natürlich noch lange keinen kompletten Translator, kein komplettes System.
00:10:37: Aber das ist genug für uns um einzuladen zu dieser Spekulation und dieser Prozess ist dann in der interaktiven Installation eben verfügbar.
00:10:46: Und das Ganze eine menschliche Äußerung die ich da jetzt sozusagen reinspreche wenn ich daran meine Frage stelle wird eben zuerst zerlegt in solche Sinneinheiten die dann an das Karimodell gegeben werden meinen Laut in rabisch zu übersetzen und dann umgekehrt.
00:11:05: der simulated Rabe in dem Fall antwortet mir.
00:11:09: Und es wird auch wieder ein Laut generiert.
00:11:11: Ich habe mich jetzt gerade gefragt, was passieren würde wenn ich den Raben eine Frage stellen würde wie hast du einen Lieblingssong oder ein Lieblungsbuch?
00:11:20: Was du gerne liest, was ja vermutlich in der Rabenwelt ... Jetzt wäre meine Vermutung möglicherweise nicht so eine große Rolle spielt aber bekomme ich trotzdem eine Antwort
00:11:28: Ja, wir haben auch viel nachgedacht und es zu den Kopf zu brauchen natürlich.
00:11:32: Und mit unseren Forschungspartnerinnen auch viel drüber diskutiert.
00:11:37: Und im Endeffekt in dieser Installation bekommt man auf alles eine Antwort.
00:11:41: Das ist ein bisschen so wie manche Kompensationen auslaufen oder sich viele Menschen verhalten oft auch Tiere wenn man noch einen Befall kommuniziert.
00:11:52: Also eine Reaktion kann man meistens auch hoffen.
00:11:55: Ob jeder genau verstanden hat, was man gemeint hat ist dann wieder die andere Frage.
00:12:00: und das ist natürlich auch etwas wo wir zum Beispiel bei diesen Sinneinheiten, wie Peter vorhin erwähnt hat überlegt haben welche Worte gehören denn zu einem Grundvokabular von dem wir eben ausgehen dass Raben es verstehen würden?
00:12:15: von der Forschung her natürlich viele Hinweise und Tipps, was ganz klar ist.
00:12:19: Aber auch vieles, das noch sehr offen oder unerforscht ist.
00:12:24: Und eine sehr beispielhafte Frage für mich zum Beispiel haben Raben einen Laut?
00:12:30: Oder würden Raben den Menschen irgendwie beschreiben können?
00:12:37: Ist die menschliche Spezie so relevant für Raben dass es dafür tatsächlich ein Laut gibt?
00:12:42: Für unsere Konversation haben wir jetzt sehr egozentrisch angenommen, dass wir tatsächlich ein Basisvokabular haben das human heißt.
00:12:51: Aber das ist natürlich auch etwas wo wir Besucherinnen dazu einladen wollen darüber nachzudenken und wir stellen diese Basis-Vokabeln praktisch sehr transparent zur Verfügung um darauf hinzuweisen und einzuladen eben sich da selbst Gedanken drüber zu machen.
00:13:07: was denke ich denn ist Teil der Lebensrealität von Rabem?
00:13:11: Und würde das ausreichen für unsere Kommunikation?
00:13:14: Oder ist das was ich sagen möchte oder was ich erfragen möchte, vielleicht gar nicht relevant oder überhaupt nicht interessant für Raben.
00:13:21: Das sind natürlich lautes spekulative Überlegen, aber es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht da einzutauchen und sich mit dem erst mal auseinanderzusetzen.
00:13:29: Würdet
00:13:30: ihr sagen dass ihr jetzt quasi nach dem Projekt rückblickend einiges anders seht, vielleicht sogar, ich sage jetzt mal rabischer... Oder bleiben wir letztlich doch irgendwo bei der menschlichen Perspektive?
00:13:45: Ja, das ist eine gute Frage.
00:13:48: Und wahrscheinlich ist die Realität, dass es fast anmaßend wäre zu sagen, dass ich jetzt die weltrabische Seehe oder Raben tatsächlich besser verstehe.
00:13:59: Ich habe natürlich viel gelernt über Raben und viele spannende Fun Facts oder Beobachtungen gemacht aber eigentlich... Das eine, was man mit Sicherheit sagen kann ist das sich meine Wahrnehmung oder meine Perspektive auf die menschliche Haltung solchen Dialogen gegenüber verändert hat.
00:14:17: Es ist zum Beispiel auch witzigerweise ... Eine Besucherin ist mal auf uns zugekommen und hat die Beschwerde abgegeben dass der Rabe, mit dem sie sich gerade unterhalten hat richtig unfreundlich war Und ich fand das, oder wir fanden es super amissant und auch sehr auf den Punkt gebracht.
00:14:35: Mit welcher Erwartungshaltung gehen denn Menschen in ein Gespräch mit Raben?
00:14:39: Ich glaube dass wir daraus?
00:14:42: zumindest können wir mit Sicherheit etwas lernen.
00:14:44: so unsere eigene Haltung.
00:14:46: wie gehen wir ins Gespräch?
00:14:48: was interessiert uns überhaupt von Raben?
00:14:50: wollen Wir wirklich Was über sie erfahren oder wollen wir nur ihnen erklären was die zu tun haben?
00:14:57: zum Beispiel oder also Genau, da macht sich halt so ein ganzes Erfahrungsspektrum auf.
00:15:04: Es ist auch wichtig zu erwähnen der Rabe mit dem wir uns in dieser Installation unterhalten sind simuliert, das heißt KI-simuliert.
00:15:12: Wir wollten ursprünglich mit echten Raben das irgendwie machen und vielleicht sogar eine Liveschaltung oder so im Forschungszentrum
00:15:24: usw.,
00:15:25: aber bei uns wurde Also eigentlich wurde uns verboten, so etwas zu überlegen.
00:15:31: Weil unter anderem merken sich diese Rabensachen sehr gut und wenn man sie einmal beleidigt oder irgendwie verwirrt dann kann es sein dass die Forscher die nächsten sieben Jahre Probleme haben.
00:15:41: Also das ging nicht.
00:15:43: Aber wir haben es als Chance gesehen, wir haben quasi da durch eine simulierte Raben gegenüber erstellt was ja auch wieder neue Fragen aufwirft weil das wird simuliert mit einem large Language Model und diese Dinger sind ja auf menschlicher Wahrnehmung, menschlichen Wissen, menschenliche Äußerungen menschlicher Sprache trainiert.
00:16:02: Das heißt, da gibt es auch wieder ganz viele Projekte.
00:16:05: Das ist eine Art von Echo und man hinterfragt dann vielleicht auch was stecken da eigentlich alles für Vorannahmen drin in so einem System den man sagt tu so als wärst du ein Rabel?
00:16:21: Und damit kann man sich auseinandersetzen!
00:16:23: Ja der Prompt zum Beispiel ist.
00:16:30: Aber genau aus welcher Perspektive spricht dieser Arbeit denn dann überhaupt?
00:16:33: Das ist schon spannend.
00:16:34: Wir haben deshalb auch überlegt, dass wir das Set-up also das Szenario und das sich Besucherinnen und Besucher hineinbegeben so gestalten, dass man an einem Tisch sitzt.
00:16:46: Wir wollten so eine Art Candlelight-Dinner Situation in einem mystischen Umfeld sag ich jetzt mal... Also man lädt den Tisch den Raben an den menschlichen Tisch ein, was schon auch ja ein bisschen ein Sinnbild oder ein erstes Anstoßen darauf hin sein soll mit welcher Erwartungshaltung wir in die Konversation gehen.
00:17:04: Gehen wir zu den Rabem in den Wald?
00:17:06: Oder laden wir den Rabens so unseren Tisch
00:17:08: ein?".
00:17:08: Und
00:17:08: würdet ihr sagen, wir haben jetzt eine Sätze darüber gesprochen.
00:17:11: Dass es in dem Projekt darum geht vielleicht rauben besser zu verstehen aber eben auch vor allem uns unsere menschliche Perspektive aus der wie eben auf die Welt blicken?
00:17:20: Aber geht das irgendwo auch um die kulturelle Bedeutung und die Potenziale von künstlicher Intelligenz?
00:17:26: Ja ich glaube dass ist sehr stark auch ein wichtiger Kontext hier.
00:17:29: Wir sind gerade an einem Punkt wo wir uns als Menschen selbst etwas neu verorten müssen weil wir plötzlich Maschinern geschaffen haben die in gewisser Weise besser, in anderer Weise genauso gut denken können wie wir.
00:17:42: zumindest sieht es so aus.
00:17:45: Wir verstehen das selbst noch nicht ganz was da genau passiert und gleichzeitig wissen wir dass Rhaben sehr intelligente Spezies sind.
00:17:53: ja wir greifen auch schon immer sehr stark in ihr Ecosystem ein und haben dort sozusagen plötzlich intelligente Maschinen.
00:18:01: Wir wissen es gibt intelligente andere Spezias die wir jetzt vielleicht besser verstehen.
00:18:06: Und was ist jetzt unser Platz in den Ganzen?
00:18:08: Wie müssen wir uns vielleicht neu orientieren, neue Perspektiven einnehmen.
00:18:14: Die Technologien die wir da entwickelt haben als Gesellschaft spielen schon eine große Rolle auch für dieses Konstruktor.
00:18:22: Wir haben immer geschärzt, wir drei, also auch Nikolane Wohnzortritter im Bunde von unserem Projektteam, wir haben geschärzte Negotiations between artificial intelligence Animal Intelligence and Human Confusion.
00:18:40: Genau!
00:18:41: Ihr wart kürzlich auch mit Corpus Chorex auf der AS Electronica, dem weltweit größten Medienkunstfestival und mich würde interessieren wie waren da denn so die Reaktionen bisher auf euer Projekt?
00:18:52: Anna, du hattest eben gerade schon von einer Dame erzählt, die den Raben als ja etwas unfreundlich wahrgenommen hat.
00:18:58: aber was gab es weitere Rückmeldungen dazu?
00:19:02: Die Rückmeldungen waren genauso vielfältig, glaube ich wie wir dem Raben auch unterschiedliche Stimmungen gegeben haben.
00:19:07: Also das es jeden Tag hatte eine andere Stimmung und so war natürlich die Erfahrung für die einzelnen Besucherinnen sehr unterschiedlich.
00:19:19: Man ist sehr oft beigelaufen und hat gesehen, wie Leute ins Krübeln kommen oder einfach einen Lachausbruch hatten.
00:19:26: Weil die Antworten sehr unerwartet waren oder man halt gemeinsam auch überlegt hat ja was fragen wir den Rabenden jetzt überhaupt?
00:19:34: Und also die Reaktionen waren sehr vielfältig, auch sehr viel Interesse mit inwiefern... Funktioniert das denn jetzt wirklich?
00:19:41: Also kann ich damit in den Wald rausgehen, kann ich das auf mein Handy laden so in die Richtung.
00:19:46: Also auch sehr viel Interesse was uns ja auch sehr gefreut hat also schon auch wirklich die intrinsische Motivation der Menschen oder einfach eine Neugier dafür würde ich sagen auf die Tiere tatsächlich zuzugehen und sich nicht damit zufriedenzugeben dass wir jetzt mit einer KI alleine sprechen, sondern auch wirklich diese Projektion zu schaffen.
00:20:07: Diese Vision tatsächlich auch in die Herzen zu pflanzen, soll ich jetzt mal das am Schluss eine Konversation mit einem echten Raben rauskommt?
00:20:16: Wir haben dann auch zum Azurektroniker-Festival ein Highlight gehabt bei der Future Lab Night weil unser Rabe hatte nämlich während dem Festival einen Hidden Agenda.
00:20:27: wir haben überlegt Motivation oder mit welcher Narrative der Raben ins Gespräch gehen könnte.
00:20:34: Und haben uns gefragt, womit wir denn unsere Gespräche mit Raben starten würden?
00:20:39: Oder was würden wir dann eigentlich gerne herausfinden werden und haben das jetzt mal auf unseren Raben projiziert also die Annahme getroffen dass der Rabe sich dafür interessiert was eigentlich die menschliche Spezies ausmacht.
00:20:54: Wir denken Menschen, wir handeln Menschen.
00:20:56: Wie tun sie miteinander?
00:20:58: Wie tun Sie wenn es um ihre eigenen Bedürfnisse geht?
00:21:01: wie funktionieren die gesellschaftlichen Strukturen?
00:21:05: Wie gehen sie mit Tools um und so weiter und so fort?
00:21:09: Und der Rabe hat also am Ende von dem Festival im Endeffekt eine Zusammenfassung abgegeben Von seinem Konklusio was Menschen ausmacht.
00:21:17: Wer sind die Menschen?
00:21:19: Es war schon ein großes Highlight auch und dafür, da gab es auch sehr viel Überraschte, würde ich sagen.
00:21:27: Und sehr viel schmunzelnere Reaktionen.
00:21:30: Was was ich noch interessant fand, war das wie gesagt eine Simulatorabe und es hat sich herausgestellt, obwohl das nicht so dem System eigentlich in der Tiefe überhaupt nicht vorgegeben hätte oder so dass dieser Simulöte-Rabe extrem sich fokussiert hat auf glänzende Gegenstände und wollte von allen Besucherinnen irgendwelche shiny Objects haben.
00:22:01: Und ich habe versucht zu verstehen, selbst zu verstehen wie das nun mal so ist.
00:22:05: wir versuchen alle diese Risikaimodelle zu verstehen und wie sie sich verhalten und warum sie sich so verhalten.
00:22:11: Ich war versucht zu verstehen Warum und wo das herkommt, dass dieses Tier so versessen ist auf kleinen Sinne Gegenstände?
00:22:20: Mehr als auf Futter oder sonstige Dinge.
00:22:23: Ich habe es nicht herausgefunden.
00:22:24: Die Besucher haben das auch interessant gefunden.
00:22:28: Und das ist natürlich dann zu überlegen wie... ich meine natürlich, das ist eine Projektion, eine Individualität da hineinzuprojektieren weil das Ding einfach ein System ist.
00:22:39: aber natürlich Wenn wir jetzt einen echten Rhaben gegenüberstehen, der irgendwie eine individuelle Tick hat dann ist es auch ohnegründlich wo er genau herkommt.
00:22:49: und das war nur eine interessante Beobachtung.
00:22:53: Und ließe sich das Ganze jetzt auf andere Spezies übertragen also beispielsweise ich weiß nicht ich kann mir gut vorstellen dass Besuchende vielleicht auf euch zugekommen sind und gefragt haben könnte ich damit jetzt vielleicht auch meinen Hund Zuhause oder meine Katze besser verstehen?
00:23:07: Vom Grundprinzip her natürlich könnte man mit Daten von allen Spezies arbeiten, jetzt in dem Fall die eine genügend variable Vokalisierung haben.
00:23:18: Die können ja auch wirklich lauter lernen von Menschen und Nachahmen und so, also die haben eine große Range von der Stimme her.
00:23:32: Und ich denke andere Spezie ist die da auch ähnliche ähnliche Range haben.
00:23:37: könnte man das auch versuchen.
00:23:38: Die Frage ist dann halt, den nächsten Schritt ist dann wie intelligent wissen wir dass diese andere Spezies sind und wie viele verschiedene Dinge verstehen sie und können?
00:23:48: Also wenn es eine nicht sehr intelligente Spezie ist zumindest von dem was wir wissen dann können wir auch nicht erwarten dass es so viele verschiedene Bedeutungseinheiten gibt über die sich untereinander oder mit uns theoretisch verständigen wird.
00:24:00: Ich wollte auch gerade sagen Wie intelligent wir glauben dass die Spezien sind.
00:24:05: Genau.
00:24:06: Ja, so natürlich viele Fragen da hauptsächlich mit Haustieren und so... Und für uns war aber hauptzlich schon auch interessant tatsächlich ein Tier für diese spekulativen Übersetzer herzunehmen, mit denen wir nicht ohnehin schon zu Hause sehen unsere eigene Welt soweit hinein positiv formuliert integriert vielleicht negativ formuliert hinein gepresst, so keine Ahnung haben.
00:24:31: Wo es ohnehin eine Art von Kommunikation irgendwie zum gewissen Level gibt versus Tiere und Vieraben mit denen es wirklich extrem viele Overlaps gibt wo sehr viel Verbindungsstücke im Alltag auch gibt oder halt für beide Alltagsstrukturen von Mensch und Rabe und wo noch relativ wenig Kommunikations... Neugier, bisher auf einer gesellschaftlichen Ebene kommuniziert wurde.
00:24:59: Und das einfach auch mal als Fragestellung in den Raum zu stellen.
00:25:03: Jetzt zeigt ja die aktuelle Ausstellung im Museumschen Klerhaus oder beschäftigt sich eben genau mit Tierstimmen.
00:25:09: und deswegen vielleicht als abschließende Frage was würdet ihr sagen?
00:25:12: Was haben die Stimmen von Rahmen- und Menschen vielleicht gemeinsam, auch wenn sie vermutlich sehr unterschiedlich sind?
00:25:20: Also ein Faktum, das ich mitbekommen habe im Zuge dieser ganzen Auseinandersetzung ist dass Raben auch Dialekte entwickeln.
00:25:29: In einem Tal können die einen anderen Dialekt sprechen als in einem anderen was man als Österreicher natürlich sehr gut kennt.
00:25:37: Man fährt den nächsten Bundesland und versteht niemand mehr.
00:25:41: Das fand ich sehr sympathisch.
00:25:43: Stimmt!
00:25:44: Ich finde auch spannend, dass Rabensinn monogam?
00:25:47: und zwar tatsächlich für ihr ganzes Leben.
00:25:49: Und dass Raben Paare ihre eigenen Laute entwickeln, die ganz spezifisch sind zu diesem Paar.
00:25:56: Das fand ich auch total schön.
00:25:57: Ich denke mir das passt eigentlich auch sehr gut in das was man in der menschlichen Welt so ein bisschen beobachten kann.
00:26:04: Dann an dieser Stelle erstmal vielen Dank euch beiden für die Einblicke in eure wahnsinnig spannende und wertvolle Arbeit.
00:26:10: Und wer jetzt, so wie ich neugierig geworden ist, der findet das Projekt Korpus Korax eurer Arbeit natürlich auch im Museums-Dinklerhaus bei der neuen aktuellen Ausstellung.
00:26:20: Vielen vielen dank euch beiden!
00:26:21: Danke ja auch.
00:26:23: Ich möchte an dieser stelle auch noch die noch hervorheben, wer auch noch beteiligt war außer uns zwei, die hier sitzen Anathina Wendt Nikola Navo unseren dritten in Bundet dieses Projekts, auch natürlich das Future Lab.
00:26:37: Wir sind die Members des Future Lab und vor allem auch die Feuerstandfascherinnen von der Konrad-Laurentz Forschungsstelle bzw.
00:26:47: Universität Wien.
00:26:49: Und danke natürlich auch an dich!
00:26:51: Es war wirklich ein super spannendes Gespräch und es hat uns total gefreut dass wir da ja ein bisschen so einen Blick hinter die Kulisten auch an anderen... Also anderen auch zu Fügen stellen
00:27:27: konnten.
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